4a u. 4b - MPS Angersbach

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4a u. 4b

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Klassenfahrt der 4a und 4b nach Büdingen vom 17.-21. Mai 2016
Die beiden 4. Klassen machten sich mit ihren Lehrern Herrn Peek, Herrn Gohlke und Frau Mayer zur Jugendherberge ins Städtchen Büdingen auf, um ein Stück Mittelalter zu erfahren und zu erkunden. Die Fahrt in die Kleinstadt am Übergang des Vogelsberges zur Wetterau erfolgte aber nicht zu Fuß oder mit der Kutsche, sondern ganz modern mit dem Bus.
Zum Mittagessen wurden erst einmal die mittelalterlichen Tischsitten vorgelesen, damit es auch jedem klar wurde, dass er nicht aus der Schüssel saufen, pardon: trinken darf.
Danach unternahmen wir eine Expedition durch den TraumWald Büdingen direkt an der Jugendherberge: wir wanderten den Wald-Erlebnis-Pfad entlang und informierten uns anhand einzelner Informationsschilder über Wald und Natur. Wir genossen die Ruhe des Stille-Pfades, regten unsere Fußsohlen mit einem Barfußpfad an, streichelten Hirsche in den Tiergehegen, verzehrten die mitgebrachten Muffins anlässlich Lucas Geburtstag und verfolgten Vorführungen einzelner Mitschüler auf der Waldbühne.
Nach dem Abendessen waren Spiele angesagt und vor allem mittelalterliche Spiele wie Mühle, Dame, Schach und Carcassonne standen hoch im Kurs.
Allabendlich gab es einen gemeinsamen Abschluss mit Vorlesegeschichten aus dem Buch "Stadt, Land, Burg – eine Geschichte aus dem Mittelalter" von Gabriele Beyerlein.
Am Mittwochmorgen startete dann der Mittelalter-Workshop, nachdem wir mit einem Film der Reihe Willi will's wissen auf das Mittelalter mit Burgen und Rittern eingestimmt worden waren. Wir konnten das Armbrust-Schießen mit echten Armbrüsten ausprobieren, den Schwertkampf in Ermangelung von Schwertern mit Schwimmnudeln ausfechten, übten das Lanzenstechen auf einem Drahtesel und erlebten am eigenen Leib, wie schwer es war, mit einer Rittermontur mit Helm und Gewichten an Armen und Beinen um die Wette zu laufen. Viele von uns bastelten mit Begeisterung eigene Wappen. Gaukler und Akrobaten probierten sich in Jonglage mit Bällen und Ringen aus oder warfen das Diabolo in die Lüfte.
Viele schwangen auch mit Begeisterung das Tanzbein zu „Shiarazula“, dem mittelalterlichen Tanzlied.
Nach dem Mittagessen starteten wir mit einem Fußmarsch hinab in die mittelalterliche Altstadt von Büdingen, wo wir uns zusammen mit der Frau des Hofchirurgen, Johanna, und dem Alchimisten auf eine spannende Rätselreise durch die historische Stadt begaben und deren Geheimnisse lüfteten: wir entdeckten den Marktplatz mit seinem Marktbrunnen, die Alt- und Neustadt, getrennt durch einen Küchengraben, das Steinerne Haus als ältester Wohnbau, der für den Grafen Johann zu Isenburg als Stadtresidenz im Jahr 1500 in Stein errichtet wurde, das historische Rathaus mit den Treppengiebeln und dem Büdinger Maß der Stadtelle, der Luckische Hof mit seinem Fachwerk der wilden Männer, der Oberhof als Hofanlage von Graf Georg zu Ysenburg mit seinen drei Schreckköpfen und die Marienkirche als Hauptkirche der Stadt mit ihren Schabemarken an den Pfeilern, an denen wir verschiedene Kräuter als Heilmittel zerrieben. Auch die Befestigungsanlage der Stadt mit Stadtmauer, Bollwerk und Tortürmen beeindruckte uns.
Erst am nächsten Tag besichtigten einige von uns noch das Büdinger Schloss von außen, spielten "Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann" im Schlosshof und robbten unter einem Tor hindurch, um den Weg abzukürzen.
Besonders gut hat uns der Besuch im Sandrosen-Museum in den Sandsteintürmen des Jerusalemer Tores gefallen. Die Böden der Wetterau bergen unter der Erde eine geologische Kostbarkeit: Sandrosen, die vor Millionen von Jahren im sandigen Untergrund kristallisiert sind, und uns wurde nicht nur alles von Herrn Keil gezeigt und erklärt, sondern wir bekamen zum Abschluss auch Sandrosen geschenkt.
Dieser Tag war schon toll, aber am Donnerstag wurde es fast noch toller, denn dann ging es zur imposanten, gut erhaltenen Ronneburg mit Wehrmauern, Bergfried, Zugbrücke, Palas mit Rittersaal und Kapellenerker, um nah bei Gott zu sein, Kemenate und einem Abort hoch an der Außenmauer. Glücklicherweise hatten wir kein "Scheißwetter"! Erst fuhren wir mit dem Bus von Büdingen zur Gemeinde Ronneburg-Altwiedermus und wanderten frohgemut bei Sonnenschein auf die Höhenburg, die auf einem Basaltkegel schon von weitem sichtbar ist. 
Wir hatten die coolste und lustigste und interessanteste Führerin durch die Burganlage, die Weise Frau, bei deren Ausführungen es nicht nur viel zu lachen gab, sondern wir auch viel über das Leben auf einer Burg lernten. Das war nämlich ziemlich hart und unbequem, als Strafe konnte man an den Pranger gestellt werden, die Leute stanken und hatten schlechte Zähne; schlimm und tödlich war es, wenn man als Hexe verdächtigt wurde... Wir waren aber zunächst mal schwer beeindruckt vom 96 m tiefen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert mit dem hölzernen Drehrad, das von Menschen bedient wurde, und in der Burgküche lernten wir, woher das Sprichwort kommt, einen Zahn zuzulegen. Vom über 30 m hohen Bergfried sahen wir die Hochhäuser Frankfurts und den Hoherodskopf, aber auch den Feldberg. Dann erlebten wir noch zum Abschluss die Flugvorführung der Falknerei auf der Ronneburg; die Falknerei ist das Abrichten, die Pflege und das Jagen mit Hilfe eines Greifvogels. Außer einem Turm- und Baumfalken sahen wir u.a. noch einen Uhu, einen Rotmilan und sogar einen Weißkopfseeadler und einen Gänsegeier. Bei ihren Flügen rauschten manche dicht über unseren Köpfen vorbei.
Zum krönenden Abschluss der Klassenfahrt gab es dann am Abend nach dem Grillen ein Lagerfeuer und die Präsentation des einstudierten Tanzes und der Jonglage sowie Wettbewerbe im Armbrustschießen und "Schwertkampf".
Am nächsten Tag mussten wir schweren Herzens unsere Zeitreise ins Mittelalter abbrechen und die Heimreise mit dem Bus antreten. Allen hat es gut gefallen, und alle haben sich prima verstanden.

rechts:
Büdingen 
Stich von Braun-Hogenberg 
Erstellt: 1617




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