Abschlussfeier 9. - MPS Angersbach

MPS Angersbach
Aktuell: Exkursion 16.3.2018: "Wild im Wald - Wald und Wild", Ort: Hochbehälter Angersbach, 15.00Uhr
Direkt zum Seiteninhalt

Abschlussfeier 9.

Berichte > Feiern
Lauterbacher Anzeiger vom 16.7.2006
„Mehr gelernt als Mathe und Englisch..."
MITTELPUNKTSCHULE Letzte Hauptschulklasse verabschiedet / Beste Schülerin ist Leonie Schönhals
ANGERSBACH (gst). „Das Niveau ver-lässt das Gebäude", stand auf dem Pro­gramm der Abschlussfeier der Mittel­punktschule Angersbach. Doch dies ist nicht das Einzige, was zum Ende des Schuljahres 2016 „geht". Zukünftig wird es in Angersbach nur noch die Grund­schule und die Förderstufe geben. Der letzte Hauptschul-Jahrgang verabschiede­te sich. Diese Tatsache spielte jedoch am Abschlussabend eine untergeordnete Rol­le, denn im Vordergrund stand das Schu­lende für 14 Mädchen und Jungen.
„Wir Lehrerinnen und Lehrer, haben Euch in den Jahren Eurer Hauptschulzeit Wissen weitergegeben, Arbeitsweisen ver­mittelt und Euch Verhaltensweisen trai­niert, soziale Kompetenzen entwickelt und aufgezeigt sowie Angebote gemacht, die Euch helfen sollen, Eure zulcünftigen Aufgaben souverän und erfolgreich zu be­wältigen", stellte Klassenlehrer Günther Koch fest. Drei Jahre konnten alle in dieser Klassengemeinschaft vieles ausprobie­ren und lernen, der eine freiwillig und en­gagiert, weil es ihm vielleicht Freude be­reitet hat. Der andere gezwungenerma­ßen und mit etwas mehr oder weniger „Druck", weil die Einsicht fehlte oder an­dere Dinge viel wichtiger waren.
Leistungswille und Leistungsbereit­schaft war bei Vielen vorhanden, denn bei den Projektprüfungen wurden 50 Pro­zent mit „sehr gut" und „gut" bewertet. Bei den Abschlussklausuren waren es im Durchschnitt 28 Prozent, die mit der No­te „sehr gut" und „gut" bewertet worden sind. Einen qualifizierenden Hauptschul-abschluss haben immerhin 42 Prozent er­reicht und fünf Schüler beginnen eine Ausbildung, also etwa 35 Prozent, so Koch, der die Abgänger zu ihren Leistun­gen beglückwünschte.
„Viele von Euch haben sich neue Ziele gesteckt, bei denen Ihr zu der Überzeu­gung gekommen seid, dass es lohnenswert ist, sich dafür zu engagieren. Für manche ist die Zukunft noch etwas diffus, also noch kein konkretes Ziel erkenn­bar." Ernsthaftigkeit sei jetzt angesagt, Engagement, Disziplin und Zielstrebig­keit, sonst bleibe man stehen.
Pfarrer Sven Kießling stellte fest, dass man etwas hinter sich lasse und man nicht wisse, wie es weiter gehe. „Ihr seid so cool und so einfallsreich und Ihr seid so dynamische Leute", sah er gute Aus­sichten. „Bittet, so werdet Ihr bekom­men; sucht und Ihr werdet finden, klopft an und es wird Euch geöffnet", zitierte er einen passenden Bibelspruch. Das Leben sei nicht immer leicht, aber manchmal müsse man sich doch bemühen, um et­was zu erreichen. Das sei die Kehrseite vom Erwachsenwerden, wobei man aber auch viele Chancen habe. „Ihr seid ein toller Trupp, Ihr seid zuverlässige junge Menschen", lobte Adelheid Kaib vom Schulelternbeirat.
„Nun ist die Zeit, dass wir Ab­schied nehmen müssen", stellten die beiden Schulsprecherinnen Leonie Schönhals und Jody Moy-er fest. „Wir wissen, dass wir nicht immer so ganz pflegeleicht waren, trotz allem haben wir immer zu­sammengehalten." Worte des Dankes richteten sie in Richtung der Lehrer sowie der Schulleiterin Brunhilde Bücking. „Sie haben es geschafft, uns mehr zu geben als nur Englisch, Deutsch, Mathe...; Sie haben uns auch Wertvolles beigebracht wie Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl, Kommunikations- und Konfliktfä­higkeit sowie Fleiß und Ausdauer. Sie hatten stets ein offenes Ohr für
uns und waren bereit, sich mit uns ausei­nanderzusetzen."
Auch Schulleiterin Brunhilde Bücking ergriff das Wort. „Bei der Einschulung hatten alle etwas gemeinsam, sie wollten in die Schule, um zu lernen. Diese Eu­phorie wurde leider während der Schul­zeit weniger, auch wenn die Lehrer ver­sucht hätten, wichtige Dinge für das wei­tere Leben mitzugeben. Sie sei nicht nur Rektorin gewesen, sondern habe auch einen Teil der Schüler und Schülerinnen im Englischunterricht kennengelernt. „Das mit dem Lernen ist schon eine schwierige Sache und es gab einige Situa­tionen, in denen Schülerinnen und Schü­ler nicht lernen wollten", fand die Schul­leiterin deutliche Worte. Wer sich an­strenge und Einsatz zeige, der werde auch Erfolg haben. Man habe im Leben jedoch nicht nur Erfolge, sondern müsse auch lernen mit den Misserfolgen umzugehen.
Nach der Aushändigung der Zeugnisse wurde schließlich noch Leonie Schön­hals für ihre guten schulischen Leistun­gen mit einem Schnitt von 1,7 besonders ausgezeichnet.

Günther Koch zeichnete Leonie Schönhals 
gemeinsam mit Schulleiterin Brunhilde Bücking als Beste des Abgängerjahrgangs an der Mittelpunktschule Angersbach aus (von links). 
Fotos: Stock

Ein buntes Programm wartete sodann, durch das Leonie Schönhals, Marie Pappert und Seiina Schmidt führten. „Es ist Zeit zu gehen" sang die Klasse neun und die Bläsergruppe „Pusteblume" unter der Leitung von Günter Koch wünschte mu­sikalisch den Abgängern „eine Reise ins Glück".
Die Abschlussklasse zeigte anhand einer Schulstunde im ersten und im neun­ten Schuljahr, wie sich Schule verändert hat - bei der natürlich viel gelacht werden durfte. Lehrer und Schüler sangen ge­meinsam und natürlich durfte auch der Dank an die Schulsekretärin und den Hausmeister nicht fehlen.

Wie sich Schule verändert hat, zeigte der Sketch der Schülerinnen und Schüler.


 
Das Niveau verlässt das Gebäude - Abgänger 2016
                                                Entlassfeier der Klasse 9 / am 07.07.2016 um 19.30 Uhr
 
Präludium                                                                                       Pusteblume          
            Begrüßung                                                                           Leonie, Marie, Selina        
 
Kaiserquartett                                                                               Pusteblume          
            Einmarsch und Vorstellung  der Schüler                       Klasse 9
            Moderation 1                                                                       Leonie, Marie, Selina
 
One Moment in Time                                                                    Pusteblume
            ---Abgang von Bühne---
            Moderation 2                                                                       Leonie, Marie, Selina
 
Heal the World                                                                               Pusteblume
            Eine Schulstunde: 1. Schuljahr                                    Klasse 9
 
The Bare Necessities                                                                  Pusteblume
            Moderation  3                                                                      Leonie, Marie, Selina        
            Eine Schulstunde: 9. Schuljahr                                    Klasse 9
 
Can you feel the Love Tonight                                                 Pusteblume
            Moderation 4                                                                       Leonie, Marie, Selina        
            Halleluja von Leonard Cohen                                           Lehrerchor + Schüler Klasse 9
                        Moderation 5                                                           Leonie, Marie, Selina
            ---auf die Bühne---
 
Highland Cathedral                                                                      Pusteblume
            Abschlussrede                                                                    Klassenlehrer
            Grußworte                                                                            Pfr. Kiessling
                                                                                           Elternbeirat
                                                                                              Schulsprecher
            Zeugnisausgabe                                                                Schulleiterin, Klassenlehrer
                                                                                              Klasse 9       
            Abschlussmoderation                                                       Leonie, Marie, Selina
 
            Es ist Zeit zu gehen (Unheilig)                                     Klasse 9
Eine Reise ins Glück                                                                 Pusteblume 
Lauterbacher Anzeiger vom 22.6.2016
Die letzte Klasse geht
ABSCHIED In gut drei Wochen läuft der Hauptschulzweig der Mittelpunktschule aus / Danach nur noch Grundschule und Förderstufe
WARTENBERG. Sie werden ihre Schule vermissen. Da sind sich die Schüler der neunten Klasse des Hauptschulzweiges an der Mittelpunktschule (MPS) einig: Der Zusammenhalt in ihrer Klasse, die Lehrer... die Mittelpunktschule sei eine sehr gute Schule gewesen. Normalerwei­se würden nach den Sommerferien die nächsten Jugendlichen in die neunte Klas­se aufrücken. Nicht so in Angersbach, denn die 14 Mädchen und Jungen sind die Letzten, die an der Mittelpunktschule ihren Hauptschulabschluss ablegen wer­den. 
Trotz zweimaligen Protestes aus den Reihen der Eltern und zahlreicher Wartenberger war es nicht gelungen, den Schulzweig vor Ort weiter zu erhalten. Die Vorgaben des Kultusministeriums hatten den Kreistag letztendlich dazu ge­zwungen, dem Auslaufen des Haupt­schulzweiges im Schulentwicklungsplan zuzustimmen. Einzige Garantie, die das Parlament der Schule geben konnte: Alle drei Hauptschulklassen, die sich bereits an der Schule befanden, sollten an der MPS auch ihren Abschluss machen dür­fen. Danach wird es nur noch die Grund­schule und die Förderstufe in Angersbach geben.
Nun ist es soweit. Noch rund drei Wo­chen gehen die Mädchen und Jungen zur Schule. Und ein bisschen Wehmut schwingt schon mit. „Die Flure waren frü­her voller", erklärt eine Schülerin im Ge­spräch. Es sei auch sehr schade, dass so eine gute Schule nun keine Hauptschule mehr anbieten könne. „Wir haben hier im Gegensatz zu anderen viel gelernt", ist sie sich sicher und ihre Klassenkameraden nicken zustimmend. Ein Großteil der Klasse wird weiter zur Schule gehen, sechs haben einen Ausbildungsplatz. „Ich denke, dass die Lehrer einer kleinen Klas­se ein besseres Auge auf jeden Einzelnen werfen können, mehr Zeit für jeden Schü­ler haben", ist ein anderer Pluspunkt, den die Schüler für ihre Schule aufzählen. „Ich weiß von einer anderen Schule, an der häufig Stunden ausgefallen sind. Das gab es bei uns nicht. Da war immer ein Lehrer da." Und eine bestimmte Lehre­rin, die immer ein offenes Ohr für sie und ihre privaten Probleme gehabt hätte, wür­den einige ganz besonders vermissen. „Sie war wie eine Vertrauenslehrerin für uns."
In der neuen Schule - die meisten wech­seln zur Vogelsbergschule nach Lauter­bach - erwarten die Schüler viele Verän­derungen: „Das wird schon eine Umstel­lung sein. Es wird sicher jetzt alles schwe­rer, die Schule ist größer. Hoffentlich ge­hen wir nicht unter, wenn wir auf uns gestellt sind." An dieser Stelle springt Schulleiterin Brunhilde Bücking ein und erklärt: „Ihr seid dann nicht mehr schul­pflichtig. Es ist also eure Privatsache, was ihr daraus macht. Auch da gilt: Lernst Du was, kommst Du auch vorwärts." Es sei also selbstverständlich, dass die Lehrer dort ihren Klassen mehr Selbstständigkeit zutrauten. Dennoch sind die MPS-Schüler natürlich gespannt darauf, was die Zukunft für sie bringen wird - in der Schule und in der Lehre.
Mit dem Wegfall der Hauptschule wird   auch das Kollegium kleiner werden. „Kollegen werden versetzt oder abgeordnet. Abge­ordnet heißt, dass sie uns zugerechnet werden, aber auch an anderer Stelle arbeiten können", erklärt Brunhilde Bücking. Dass der ländliche Raum durch die Verkleinerung der Schule weiter ge­schwächt werde, bedauere sie sehr. „Alles, was in Wiesbaden berechnet wird, kommt aufgrund der Gesamtschülerzahl zustande. Auf diese Weise haben keine Schulen von vornherein nur Nachteile. Und das ist ganz schlecht, weil der ländli­che Raum in allen Dingen so hinten runterfällt." Günther Koch, Schulkoordi­nator für Berufsorientierung und tätig im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft-Mittelhes­sen, sieht das ähnlich: „Warum kann nicht, nur weil einer fehlt, trotzdem eine Klasse zustande kommen? Man muss doch diese Zahlenjongliererei nicht so ge­nau nehmen. Stattdessen wird einfach so entschieden, ohne dass das System der Schule betrachtet wird." Und da konnte sich die MPS in der Vergangenheit durch­aus mit der guten Förderung von Schü­lern einen Namen machen. Nicht nur Sie­ger im Mittelhessischen Wettbewerb zum besten Praktikumsbericht kamen häufig von der Wartenberger Schule, auch im Mathe­matikwettbe­werb stellte die Schule regelmä­ßig Kreis- und in den vergangenen vier Jahren sogar Landessieger. „Ich kann mich noch daran erinnern, als das Schulamt noch in Lauterbach war, dass es in einer Stadt im Vogelsbergkreis mal eine Klasse mit sieben Schülern gege­ben hat. Und die lief auch weiter so durch. Das war damals kein Problem. Und wenn man den ländlichen Raum stärken will, wäre das hier eine schöne Möglichkeit ge­wesen", meint Koch. Die Größe einer Klasse sei an der MPS auch nie gleich ge­blieben; es habe immer Zugänge von außen während des Schuljahres gegeben.
Natürlich könne die Schule, auch das gibt Koch zu, der Wahlfreiheit der Eltern und dem Schülerrückgang nur wenig ent­gegensetzen. „Doch die Hauptschule an sich wurde auch Stück für Stück demon­tiert und hat nicht mehr den Stellenwert, den sie noch vor 30 Jahren hatte." „Der Mensch fängt nicht erst beim Abitur an", betont Günther Koch immer ger­ne, wenn es um „seine" Hauptschüler geht. „Betriebe suchen händeringend Auszubildende." Und wenn er sehe, dass Abiturienten eine Lehre als Tischler be­gönnen, denke er sich immer: „Das hät­test Du auch einfacher haben können." Seit 24 Jahren sei er nun Lehrer an der Mittelpunktschule. „Die Hauptschule und ihre Rolle wurden immer diskutiert. Früher kamen viele Bewerber auf wenige Stellen. Da schöpften sich die Arbeitgeber die besten Bewerber ab, und die Haupt­schüler gingen öfter leer aus. Doch dieses Verhältnis hat sich mittlerweile umge­kehrt. Zudem gehen nicht mehr viele Schüler in handwerkliche Berufe." Um ihre Absolventen gut auf das Berufsleben vorzubereiten, hätte die MPS auch immer Praktikumsmöglichkeiten und Schnup­pertage organisiert oder Betriebe direkt in die Schule eingeladen.
„Bis jetzt sind alle unsere Absolventen immer ihren Weg gegangen", resümiert Koch. „Viele Lehrstellenverträge entstan­den aus einem vorhergehenden Prakti­kum während der Schulzeit." Und die, die auf der weiterführenden Schule ins Strau­cheln gerieten, kämen nicht von der MPS - das sei das Feedback, was er stets von seinen Lehrerkollegen an anderen Schu­len, von Eltern und Schülern bekomme. Auch heutige Bauingenieure hätten frü­her die Hauptschule der MPS in Angers­bach besucht. „Viele denken, dass mit einem Hauptschulabschluss nichts anzu­fangen sei. Das ist falsch. Wer will, wer Hilfen und Anregungen aufnimmt und sich engagiert, kommt immer weiter.


Lauterbacher Anzeiger vom16.7.2016
Die Abgänger der MPS
Der letzte Abgängerjahrgang der Mit­telpunktschule Angersbach im Jahr 2016: Natalie Bergien (Lauterbach), Jo­nathan Frenger (Schadges), Felix Grosch (Großenlüder), Jaqueline Kaib (Angersbach), Henry Ketels (Angers­bach), Jody Moyer (Angersbach), Ma­ximilian Müller (Angersbach), Marie Pappert (Großenlüder), Tristan Perlak (Maar), Seiina Schmidt (Fulda), Leonie Schönhals (Allmenrod), Sabrina Sdorra (Angersbach), Alex Terentjew (Angersbach), Daniel Tschierschwitz (Angersbach).
 
Die Klasse 9 derMittelpunktschule Angersbach

Die letzte Klasse geht...
ABSCHIED Der Hauptschulzweig der Mittelpunktschule ist Geschichte / Ab sofort nur noch Grundschule und Förderstufe in Angersbach
WARTENBERG (ar). Sie werden ihre Schule vermissen. Da sind sich die Schüler der neunten Klasse des Haupt­schulzweiges an der Mittelpunktschule (MPS) einig: Der Zusammenhalt in ihrer Klasse, die Lehrer... die Mittel­punktschule sei eine sehr gute Schule gewesen. Normalerweise würden nach den Sommerferien die nächsten Jugend­lichen in die neunte Klasse aufrücken. Nicht so in Angersbach, denn die 14 Mädchen und Jungen sind die Letzten, die hier ihren Hauptschulabschluss ab­gelegt haben.
Trotz Protestes aus den Reihen der El­tern und zahlreicher Wartenberger war es nicht gelungen, den Schulzweig vor Ort weiter zu erhalten. Die Vorgaben des Kultusministeriums hatten den Kreistag dazu gezwungen, dem Auslau­fen des Hauptschulzweiges im Schulent­wicklungsplan zuzustimmen. Einzige Garantie, die das Parlament der Schule geben konnte: Alle drei Hauptschulklas­sen, die sich bereits an der Schule befan­den, sollten an der MPS auch ihren Ab­schluss machen dürfen. Danach wird es nur noch die Grundschule und die För­derstufe in Angersbach geben. Nun ist es soweit. Und ein bisschen Wehmut schwingt schon mit. „Die Flure waren früher voller", erklärt eine Schülerin im Gespräch. Es sei auch sehr schade, dass so eine gute Schule nun keine Haupt­schule mehr anbieten könne. „Wir ha­ben hier im Gegensatz zu anderen viel gelernt", ist sie sich sicher und ihre Klas­senkameraden nicken zustimmend. Ein Großteil der Klasse wird weiter zur Schule gehen, sechs haben einen Ausbil­dungsplatz. „Ich denke, dass die Lehrer einer kleinen Klasse ein besseres Auge auf jeden Einzelnen werfen können, mehr Zeit für jeden Schüler haben", ist ein anderer Pluspunkt, den die Schüler für ihre Schule aufzählen. In der neuen Schule - die meisten wechseln zur Vo­gelsbergschule nach Lauterbach - er­warten die Schüler viele Veränderun­gen.
Mit dem Wegfall der Hauptschule wird auch das Kollegium kleiner wer-den. „Kollegen werden versetzt oder ab­geordnet. Abgeordnet heißt, dass sie uns zugerechnet werden, aber auch an ande­rer Stelle arbeiten können", erklärt Brunhilde Bücking. Dass der ländliche Raum durch die Verkleinerung der Schule weiter geschwächt werde, be­dauere sie sehr. „Alles, was in Wiesba­den berechnet wird, kommt aufgrund der Gesamtschülerzahl zustande.
                                                           » Der Mensch fängt nicht erst beim Abitur an.«
Günther Koch, Lehrer an der MPS
Auf diese Weise haben kleine Schulen von vornherein nur Nachteile. Und das ist ganz schlecht, weil der ländliche Raum in allen Dingen so hinten runterfällt." Günther Koch, Schulkoordinator für Berufsorientie­rung und tätig im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft-Mittelhessen, sieht das ähn­lich: „Warum kann nicht, nur weil einer fehlt, trotzdem eine Klasse zustande kommen? Man muss doch diese Zah-lenjongliererei nicht so genau nehmen. Stattdessen wird einfach so entschie-den, ohne dass das System der Schule betrachtet wird."
Und da konnte sich die MPS in der Vergangenheit mit der guten Förderung von Schülern einen Namen machen. Nicht nur Sieger im mittelhessischen Wettbewerb zum besten Praktikumsbe­richt kamen häufig von der Warten­berger Schule, auch im Mathematik­wettbewerb stellte die Schule regelmä­ßig Kreis- und in den vergangenen vier Jahren sogar Lan­dessieger. „Ich kann mich noch daran erinnern, als das Schulamt noch in Lauterbach war, dass es in einer Stadt im Vogelsbergkreis mal eine Klasse mit sieben Schülern gegeben hat. Und die lief auch weiter so durch. Das war damals kein Problem. Und wenn man den ländlichen Raum stär­ken will, wäre das hier eine schöne Möglichkeit gewesen", meint Koch. Die Größe einer Klasse sei an der MPS auch nie gleich geblieben; es habe immer Zu-gänge von außen während des Schuljah­res gegeben.
Natürlich könne die Schule, auch das gibt Koch zu, der Wahlfreiheit der El­tern und dem Schülerrückgang nur we­nig entgegensetzen. „Doch die Haupt­schule an sich wurde auch Stück für Stück demontiert und hat nicht mehr den Stellenwert, den sie noch vor 30 Jahren hatte." „Der Mensch fängt nicht erst beim Abitur an", betont Koch. „Be­triebe suchen händeringend Auszubil­dende." Und wenn er sehe, dass Abitu­rienten eine Lehre als Tischler begön­nen, denke er sich immer: „Das hättest Du auch einfacher haben können." Seit 24 Jahren sei er nun Lehrer an der MPS. „Die Hauptschule und ihre Rolle wur­den immer diskutiert. Früher kamen viele Bewerber auf wenige Stellen. Da schöpften sich die Arbeitgeber die bes­ten Bewerber ab, und die Hauptschüler gingen öfter leer aus. Doch dieses Ver­hältnis hat sich mittlerweile umgekehrt. Zudem gehen nicht mehr viele Schüler in handwerkliche Berufe."



Zurück zum Seiteninhalt