Ameisen - MPS Angersbach

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Ameisen

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Lauterbacher Anzeiger vom 21. 9. 11
Das Wissen über den Ameisenstaat vertieft
Erkundungsveranstaltung der Mittelpunktschule - Als Umweltschule neue Wege beschreiten, um gemeinsam die Natur zu erleben

(go). Die Mittelpunktschule Angersbach beschreitet als Umweltschule neue Wege. Im aktuellen Schuljahr werden vier Veranstaltungen zum Motto „Gemeinsam Natur erleben" angeboten. Damit sollen die Kinder für die Umwelt sensibilisiert und für Tiere und Pflanzen begeistert werden. Das Projekt richtet sich jedoch nicht nur an die Schüler, auch die gesamte Schulgemeinde ist angesprochen, somit auch Eltern und Lehrkräfte, und ist ein zusätzliches Angebot außerhalb der Schulstunden.
Die Auftaktveranstaltung fand am Wochenende statt, Thema war eine „Expedition in den Ameisenwald". Rund 50 Schüler, Eltern und Personal der MPS trafen sich dazu an der Schule. Unter der Führung von Konrektor Chris Jonas Gohlke wurde der Mischwald am Sängersberg in der Gemarkung Schlitz-Bernshausen aufgesucht.
Dort findet sich eine Vielzahl von bis zu 1,70 Meter hohen Haufen der großen Roten Waldameise. Gut ausgerüstet mit Gummistiefeln und einem Ring aus Paraffinöl am Schaft, um ein „Erklettern" durch die Ameisen zu verhindern, wagten sich selbst ängstliche Kinder dicht an die Nester und beobachteten interessiert das emsige Treiben der Insekten.
In der „Lehrstunde" erfuhren die Teilnehmer viel über das Leben der Ameisen, die in einem großen Haufen aus bis zu 700 000 Lebewesen bestehen können. Nur ein Teil des Baues ist oberhalb der Erde sichtbar, ein Großteil befindet sich versteckt im Erdreich. Auf einem ausgebreiteten weißen Tuch zeigte Gohlke den Teilnehmern eindrucksvoll, aus welchen Bestandteilen (Fichtennadeln, kleine Zweige, Schuppen von Zapfen, Harzbröckchen und Erde) das Material für den Bau besteht. Er erläuterte, dass ein Ameisenstaat nur dank eines sozialen Verhaltens gemeinsam überleben kann. Jedes Insekt im Staat erfüllt seine vorgesehenen Aufgaben. Der Bau hat feste Zu- und Abluftkanäle, Brut- und Vorratskammern. Die Weibchen, die für Erkundung, Nahrungsbeschaffung und Brutpflege zuständig sind, verständigen sich auf ihren Wegen durch unterschiedliche Duftmarken, so dass neu ausschwärmende Ameisen den Weg zu den Nahrungsquellen finden. Buschwindröschen, Scharbockskraut und Taubnessel haben sich darauf eingestellt, dass Ameisen ihre Samen einsammeln und so für die Verbreitung ihrer Art sorgen. Kommt ein Störenfried dem Bau zu nahe, verspritzen die Ameisen ihre Säure.

Der Konrektor hatte ein Papiertaschentuch am Vortag auf einem Haufen abgelegt, an dem die Teilnehmer nun einen leichten Geruch an Ameisensäure wahrnehmen konnten. An manchen Baumstämmen waren „Ameisenstraßen" zu erkennen. Die Läuse auf den Bäumen werden von den Ameisen „gemolken", die in einer Symbiose mit ihnen leben. Die Ameisen wiederum schützen die Läuse vor Angreifern wie Marienkäfer.
Die Männchen erfüllen nur den Zweck der Begattung einer Königin für die Fortpflanzung. Sie haben nur eine kurze Lebenszeit, sind mit Flügeln ausgestattet und sterben nach der Begattung. Ausschwärmende Königinnen lassen sich von mehreren Männchen begatten und können so in einer „Samentasche" den Vorrat von Spermien für einen Zeitraum bis zu 20 Jahren speichern. Nach den Begattungen wirft die junge Königin ihre Flügel ab und sorgt dann über einen möglichen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren für den ständigen Nachwuchs. Ein Ameisenbau enthält, je nach Größe, entsprechend viele Königinnen.
Nach dem Waldrundgang sahen sich die Teilnehmer in der Kirche in Bernshausen gemeinsam den preisgekrönten Film „Ameisen, die heimliche Weltmacht" an. Der Naturfilm vertiefte das Gehörte mit eindrucksvollen Detailbildern vom Leben und den Fähigkeiten der Insekten, die in der Lage sind, das 100-fache ihres eigenen Gewichtes zu tragen. Mit einem Dank an Pfarrer Sachs für die Bereitstellung des Gotteshauses endete die Exkursion.
Als weitere Veranstaltung folgt im Februar eine Spurensuche im Winterwald, die von Förster i. R. Lang geführt wird. Für den Mai ist eine Kräuterwanderung mit der „Kräuterhexe" Ellen Langstein aus Schlitz geplant. Eine Bachexkursion leitet Claudia Schwichtenberg von der MPS Angersbach im Juni kommenden Jahres. Wie Chris Gohlke betonte, sind weitere Informationen auf der Homepage der Schule einsehbar.

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