Dem Imker über die Schulter geschaut - Kopieren - MPS Angersbach

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Dem Imker über die Schulter geschaut - Kopieren

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Lauterbacher Anzeiger vom 15. 5. 2013
Dem Imker einmal über die Schulter geschaut
Günter Euler erklärte die Entstehung von Honig
Angersbach (hwg). Zu einem aktuellen Thema hatte die Mittelpunktschule Angersbach (MPS) als Umweltschule Schüler und Eltern eingeladen: die heimischen Bienen.
Gerade in dieser Woche hat dieser Bereich eine neue Dimension erhalten, denn 15 EU-Länder haben sich jetzt für das auf vorläufig zwei Jahre befristete Teil-Verbot von drei Pestiziden entschieden, die in dringendem Verdacht stehen, für das weltweite Massensterben von Bienenvölkern (mit) verantwortlich zu sein.
„Wenn die Bienen sterben, stirbt nur wenig später die Menschheit“, soll sinngemäß Albert Einstein gesagt haben. Dieser These stimmt Günter Euler aus Wernges, Hobbyimker und
2. Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Lauterbach, nicht ganz zu, denn auch andere Insekten bestäuben die Blüten. Er begrüßte die Gruppe der Mittelpunktschule am Vogelschutzgebiet des Tier- und Naturschutzvereins Maar, auf dem auch mehrere Bienenvölker gehalten werden. Das anhaltend kalte Wetter hätte das Ausschwärmen der Bienen verzögert, nun aber sei bereits die erste Tracht von Buschwindröschen, Weiden- und Haselnussblüten eingesammelt worden, so Euler. Jetzt folge in kurzer Zeit Löwenzahn- und Obstbaumblüten. Mitgebrachte Honigsorten in verschiedenen Farbtönen standen zum Probieren bereit. Wie der Imker erklärte, bestimmt der Ursprung der eingebrachten Tracht die Farbe des Honigproduktes.
Je dunkler, umso mehr stammt diese aus Waldblüten. Die Rapsblüte ergebe einen sehr hellen Honig. Mit Hilfe eines durch Glasscheiben von beiden Seiten einsehbaren Schaukastens erläuterte er anschaulich den Aufbau der Waben  und die Arbeit des Bienenvolkes, welches aus Arbeiterinnen (weiblich) Drohnen (männlich) und der Königin besteht. Die Zuhörer erfuhren viel über Aufzucht und Nahrung, Fortpflanzung der Bienen, Arbeits- und Schwarmverhalten, aber auch über Krankheiten wie Varroose und Faulbrut und deren Bekämpfung. Ein Staat besteht aus 25000 bis 60000 Bienen. Die Königin legt als einzige bis zu 2000 Eier am Tag. Sie wird 3 – 4 Jahre alt, während die Arbeiterinnen nur ca. 6 Wochen Lebenszeit haben. An den Einfluglöchern waren die zurückkehrenden Bienen deutlich zu erkennen; sie trugen an den Hinterbeinen gelbe Pollen. Der Imker zog ohne jeglichen Körperschutz einzelne Waben aus dem Stock, was die Kinder natürlich „cool“ fanden. Die Bienen reagierten überhaupt nicht auf die Störung, zeigten sich sehr passiv. Das ermutigte einige Kinder, ebenfalls ohne Scheu die Waben anzuheben und stolz in der Runde zu zeigen. Wie Günter Euler erklärte, ist die Bienenart Carnica nicht sehr stechfreudig. Er ließ sich absichtlich von einer Biene stechen, um dann zu zeigen, wie der Stachel entgegen der Stechrichtung einfach mit dem Fingernagel heraus geschoben werden kann. Lehrerin Claudia Krummeich bedankte sich nach der rund zweistündigen Führung mit einem Geschenk bei Günter Euler für seine interessanten Ausführungen.
Als nächste Veranstaltung der MPS Angersbach „Natur erleben“ folgt am 25. Mai eine Vogelstimmenwanderung unter Führung des Vogelschutzbeauftragten Bernd Vogel mit dem Motto „von Neuntötern und anderen Piepmätzen“.

Foto Gohlke:
Kinder und Erwachsene zeigten keine Scheu, aus unmittelbarer Nähe eine Wabe aus dem Bienenstock zu betrachten, die Günter Euler in die Höhe hielt.

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