Der Vulkan lebt - MPS Angersbach

MPS Angersbach
Aktuell: Exkursion 16.3.2018: "Wild im Wald - Wald und Wild", Ort: Hochbehälter Angersbach, 15.00Uhr
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Der Vulkan lebt

Berichte > Exkursionen

Filmvorführung in der Aula der MPS Angersbach
Der Vulkan lebt

Einzigartige Natur- und Tieraufnahmen von und mit dem Hobbyfilmer Rudolf Dietrich




Der Uhu
Nahaufnahmen der größten Eule





Nach der Filmvorführung beantwortet Rudolf Dietrich Fragen der Zuschauer und erzählt von weiteren Filmprojekten.

Die MPS Angersbach darf weiterhin die Auszeichnung „Umweltschule“ führen.
Deshalb lag es nahe, dass den Schülern und Eltern die Möglichkeit geschaffen werden sollte,  sich den inzwischen weit über den Vogelsberg hinaus bekannte Naturfilm „Der Vulkan lebt“ des Filmamateurs Rudolf Dietrich aus Lauterbach an der Schule anzusehen. Fachlehrerin Claudia Krummeich hatte den Kontakt mit dem Filmer gesucht und mit ihm eine Vorstellung für Samstag, 19. Januar, vereinbart.
Konrektor Chris Gohlke konnte etwa 100 interessierte Schüler, Lehrkräfte, Eltern und auch Großeltern in der Aula begrüßen.
Die Erschienenen waren alle begeistert, welche einmaligen Filmaufnahmen von Flora und Fauna, aber auch herrliche Landschaftsaufnahmen im Wechsel der Jahreszeiten von Rudolf Dietrich geschaffen wurden. Wie er selbst am Ende der Vorstellung erklärte, hat er im Verlauf von 11 Jahren viele einzelne Filmbeiträge mit einer Länge von 90 Stunden geschaffen. Daraus ist ein fertiger Filmschnitt von 75 Minuten entstanden, der professioneller kaum sein kann.
Die Regel in der Natur, „fressen und gefressen werden“ beleuchteten viele einzelne Szenen. Mal waren es Kröten und Frösche, die ihre Beute verspeisten, mal der Kampf zwischen Libellenlarve und Bergmolch um einen Regenwurm. Einzigartig die Aufnahmen unter Wasser, die Schwimmwanzen, Geldbrandkäfer und Gottesanbeterin beim Kampf um Revier und Nahrung zeigten. Eine Köcherfliegenlarve schleppte ihr Schutzschild, welches bis zum 100fachen Gewicht ihres Körpers betragen kann. Aber auch für den Ornithologen nur selten zu sehende Vögel wie Bluthänfling, Braunkehlchen, Wendehals, Eisvogel, Schwarzspecht  und Schwarzstorch waren in tollen Nahaufnahmen zu bewundern. Ebenso ein Bussard, der sein Gewölle (unverdauliche Nahrungsreste wie Fell von Mäusen) ausspeit.
Ein Schwarzstorch, der hoch in den Bäumen seinen Horst errichtet, konnte von Dietrich aus einer Entfernung von über 200 Meter mit einem Teleobjektiv bei der Fütterung seines Nachwuchses abgelichtet werden. Die Fließgewässer und Seen im Vogelsberg, meist noch unbelastet und  Lebensraum für Wasseramsel und Gebirgsstelze sowie Fisch- und Molcharten, waren ein weiterer Handlungsraum im Film. Der Kampf zwischen Schwänen und eingereisten Nilgänsen um Lebensraum und Nahrung endete mit dem Tod einer jungen Nilgans. Welch bunte Flora und artenreiche Vielfalt im Vogelsberg herrscht, zeigten die Aufnahmen von Arnika, Türkenbundlilie und verschiedenen Knabenkräuter, von den übrigen Arten in den bunten Blumenwiesen einmal abgesehen. Aber selbst in der bewegten Stadtmitte von Lauterbach, in den Spalten des Basaltpflasters, lebt die Natur. Dort hatte Dietrich den Bienenwolf beim Graben der Röhre für den Nachwuchs beobachtet und gefilmt.
Ihm war es auch gelungen, nachtaktive Tiere wie Dachs, Waschbär und Siebenschläfer vor die Linse zu bekommen. Der Autor stand nach der Filmdarbietung noch für Fragen des Publikums zur Verfügung. Er verriet auch einige Tricks, wie es ihm gelungen war, sich der Aufmerksamkeit seiner Darsteller zu entziehen und so die Aufnahmen entstehen konnten. Wie er betonte, hat er bei den Aufnahmen gelernt, dass der Mensch demütig gegenüber der Natur sein soll, die einmalig und gewaltig ist, auch im heimischen und wundervollen Gebiet des Vogelsberges.

Hartmut W. Gohlke


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