Flugkünstler der Nacht - MPS Angersbach

MPS Angersbach
Aktuell: Exkursion 16.3.2018: "Wild im Wald - Wald und Wild", Ort: Hochbehälter Angersbach, 15.00Uhr
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Flugkünstler der Nacht

Berichte > Exkursionen

Bei Naturerlebnis-Spielen wurden die Kinder auf praktische Weise mit dem Leben einer Fledermaus und den vielfältigen Phänomenen dieser Tiere vertraut gemacht. Auch die Eltern wurden in die Spiele einbezogen. Foto: Pietsch

Lauterbacher Anzeiger vom 29. 5. 2014

Mit Fledermausdetektor unterwegs
EXKURSION Zahlreiche Fledermaus-Interessierte besuchen Vortrag von Marko König und machen Streifzug durch die Natur
ANGERSBACH (gep). Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und erwachen, wenn die meisten schlafen gehen. Gemeint sind die Fledermäuse, auch Kobolde der Nacht genannt, die wie keine andere Tiergruppe die Menschen faszinieren und zu Spekulationen anregen. So verwunderte es nicht, dass zur jüngsten Naturexkursion der Mittelpunktschule Angersbach so viele Schüler sowie Eltern und Großeltern gekommen waren, worüber sich Konrektor Chris Gohlke sehr erfreut zeigte.
Sie wurden nicht enttäuscht, denn mit Gohlkes Studienkollegen aus früheren Zeiten, dem Naturfotografen, Biologen und Lehrer Marko König war ein Fachmann nach Angersbach gekommen, der es verstand die Anwesenden zu fesseln. Zunächst in der Au¬la bei der Präsentation von meisterhaften Fotografien, später bei den Naturerlebnis-Spielen auf der grünen Wiese neben der Schule und dann bei dem Streifzug durch die Naturlandschaft mit dem besonderen Anlaufziel der alten Tongrube in Richtung Rudlos.
Inzwischen war es dunkel geworden und mit Hilfe von Fledermausdetektoren waren die für das menschliche Ohr ansonsten nicht wahrzunehmenden Laute zu hören. Ihre Rufe ließen die Kinder Ausschau halten nach den Nachtschwärmern, die nun aus ihren Verstecken kamen und auf Nahrungssuche gingen. Unvorstellbar die Anzahl der Mücken, nämlich vier- bis fünftausend, die in einer Nacht von der Wasserfledermaus gejagt und gefressen
werden. Insekten, Spinnen und Käfer werden im Flug geschnappt. Bricht der Tag an, verziehen sich die geheimnis¬vollen Säugetiere wieder in ihre Quartiere in Spalten und Höhlen. In Hessen gibt es 19 verschiedene Fledermausarten, die alle streng geschützt sind. Ein Großteil davon wurde den Kindern bei der Bilderpräsentation vorgestellt. Sie erfuhren, wie eine Bechsteinfledermaus, eine Fransenfledermaus, eine Mopsfledermaus, das große Mausohr, der große Abendsegler, die Langohrfledermaus, die Wasserfledermaus oder die kleine oder große Hufeisennase aussieht. Eine Zwergfledermaus passt in eine Streichholzschachtel. Will man Fledermäuse schützen, ist es notwendig, mehr über ihre Lebensgewohnheiten und die vielen verschiedenen Quartiere zu wissen. Von der Wochenstube zur Jungenaufzucht überwechselnde Schlaf- und Fressplätze sowie Balzquartiere zur Fortpflanzung bis hin zur frostsicheren | Winterzuflucht für einen geruhsamen Winterschlaf. Auch nach Unterkünften in den von Menschen bewohnten Häusern halten sie Ausschau und nutzen die unterschiedlichsten Hohlräume, Risse und Spalten an Gebäuden oder auch Dachböden als zeitweilige Wohnung. Ein Schaden an der Bausubstanz wird von ihnen nie angerichtet. So war die Exkursion von Anfang bis Ende gefüllt mit wissenswerten Informationen, ein ganz besonderes Erlebnis, geboten von der Mittelpunktschule Angersbach, die zu Recht die anerkennende Bezeichnung „Umweltschule" trägt.

www.Koenig-naturfotografie.com
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