Förderschule in Angersbach - MPS Angersbach

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Förderschule in Angersbach

Berichte > Presse
Lauterbacher Anzeiger vom 1.7.2016
Schulische Eigenständigkeit bleibt erhalten
INKLUSION Fachausschuss des Kreises befasst sich mit angestrebten räumlichen Verlagerung von vier Förderschulen
LAUTERBACH (bl). „Inklusive Schulbündnisse" lautet nur eine He­rausforderung, die auch im Vogels­bergkreis die politisch und schulisch Verantwortlichen in den kommen­den Jahren beschäftigen wird. Die andere sind räumliche Verlagerun­gen zur Umsetzung der schulischen Inklusion; dies vor dem Hinter­grund, dass sich die Schülerzahlen weiter reduzieren werden: an den Förderschulen Reinickendorfschule Lauterbach (2016/2017 auf voraus­sichtlich 32 Schüler), Erich-Kästner-Schule Alsfeld elf), Pestalozzischule Gemünden (51, davon noch acht in der Grundstufe) und Digmudisschule Schotten (31). „Folgerichtig ist es deshalb, das Angebot der Förder­schulen mittelfristig insgesamt an die allgemeinbildenden Schulen anzudo­cken", wie Landrat Manfred Görig während der Sitzung des Ausschus­ses für Schulen, Kultur und Sport im Landratsamt sagte.
Wie in unserer Zeitung bereits aus­führlich berichtet, sollen in der Kon­sequenz folgende organisatorische Veränderungen umgesetzt werden: die Lauterbacher Reinickendorfschule zieht an den Standort der Grund-und Hauptschule Angersbach, die Erich-Kästner-Schule Alsfeld geht unter das Dach der Geschwister-Scholl-Schule Alsfeld, die Pestalozzischule Gemünden strebt eine Verla­gerung an den Standort der Ohmtalschule Homberg an, wobei der ge­plante Umzug bis zum kommenden Schuljahr noch nicht realisiert wer­den kann, da in Homberg die räumli­chen Voraussetzungen noch nicht ge­geben sind. Zunächst keine Verlage­rung ist bei der Digmudisschule Schotten vorgesehen: Hier soll, so heißt es in einer entsprechenden Vorlage an den Kreisausschuss, „die bisher schon bestehende enge Ko­operation über gemeinsame Klassen mit der Vogelsbergschule Schotten fortgeführt werden". Laut Vorlage hat das Staatliche Schulamt dem Vogelsbergkreis am 3. Juni schriftlich mitgeteilt, „dass die vorgesehenen räumlichen Veränderungen nicht be­deuten, dass die Förderschulen ihre Eigenständigkeit verlieren. Sie blei­ben (zunächst) als eigene Dienststel­le erhalten". Wie Landrat Görig er­gänzte, „haben wir die Förderschulen nicht auflösen, sondern erhalten wollen. Und jetzt schauen wir zu­nächst einmal, wie sich das Ganze entwickelt". Um die räumlichen Vo­raussetzungen zu schaffen, seien Mittel aus dem Kommunalen Investi­tionsprogramm (KIP) beantragt und auch bewilligt worden.
Zur Sitzung des Ausschusses war Katja Reuter vom Staatlichen Schulamt nach Lauterbach gekommen, um die anfangs genannten „inklusiven Schulbündnisse" (ISB) vorzustellen. Diese sollen, aufbauend auf den Er­fahrungen aus den Modellregionen inklusiver Bildung, zum kommenden Schuljahr eingerichtet werden. Zu den ersten Schulträgern, die hierfür vom Kultusministerium in Wiesba­den ausgewählt wurden, zählt auch der Vogelsbergkreis. Was die Perso­nallenkung angeht, so sprach Reuter davon, dass die Stellen „eingefroren" und damit garantiert würden. Die Schüler sollen möglichst wohnortnah unterrichtet werden. Die Mit­arbeiterin des Staatlichen Schulam­tes betonte, dass das Schuljahr 2016/2017 zur Vorbereitung genutzt werde und die beiden darauffolgen-den Jahre der Umsetzung dienten. „2019/2020 soll der ganze Prozess hessenweit abgeschlossen sein", so Reuter, die an festen Terminen der Arbeit in einem ISB unter anderem zwei gemeinsame Konferenzen, schulübergreifende Förderprogramme, Nachmittagsbetreuung und Netzwerkbildung nannte. Bei den so genannten Sommer- und Winterkon­ferenzen sollten die Besprechung der Aufgaben und Ressourcen, die Zu­ordnung und Aufnahme der Schüler sowie Qualifizierungsangebote und die Vertretung der Lehrkräfte im Mittelpunkt stehen. Reuter: „Das Staatliche Schulamt lädt zur ersten Konferenz ein und begleitet die Zu­sammenkünfte mit den schulfachlichen Dezernenten." Ferner gebe es die Möglichkeit der Teilnahme für Elternvertretung und Gesamtpersonalräte.
Während der kurzen Diskussion in­teressierte sich Mario Döweling (FDP) unter anderem dafür, ob es für die Reinickendorfschule noch ande­re Optionen gegeben habe als An­gersbach. Dies bejahte Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski, der als Schuldezernent maßgeblich an der Vorarbeit beteiligt gewesen war: Auch die Schule an der Wascherde sei eine Option gewesen. Den Aus­schlag für Angersbach habe das „kleinere System" gegeben, an dem besonders die Jugendhilfe großes In­teresse gezeigt habe. Zudem sei die Schule in Angersbach „vom pädago­gischen Ansatz her sicher näher dran". Außerdem sei so die Möglich­keit gegeben, den Schulstandort An­gersbach zu unterstützen und zu stabilisieren.
Was die Pestalozzischule Gemün­den und die Ohmtalschule Homberg betreffe, so sei die Initiative von der Schulleitung und dem Kollegium ausgegangen, die ein gemeinsames Konzept ausarbeiten wollten. Da mittelfristig eh' in die Pestalozzischule investiert werden müsse, sei die Zusammenlegung die wirtschaft­lichste Lösung.
Einstimmig votierte der Ausschuss für die genannten räumlichen Verla­gerungen zum Schuljahr 2016/2017, wobei dies bei der Pestalozzischule erst dann der Fall sein solle, wenn die räumlichen Voraussetzungen ge­geben sind. Diese Entscheidung war nötig geworden, da sich der Kreistag bei seiner nächsten Zusammenkunft mit der Inklusions-Thematik befas­sen wird.
Ebenfalls einhellig wurden Ulrich Höhn (SPD) zum Vorsitzenden des Fachausschusses und Dieter Boß (CDU) zu seinem Stellvertreter ge­wählt.
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