Kläranlage - MPS Angersbach

MPS Angersbach
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Kläranlage

Berichte > Exkursionen
Alle Schüler auf dem Steg über einem der Nachklärbecken

Pressemitteilung von H. Gohlke an den Lauterbacher Anzeiger
Eine etwas „anrüchige“ Exkursion
Teilnehmer der Mittelpunktschule in Angersbach zeigten Interesse an der Arbeit einer Kläranlage

Angersbach (hwg). Auch im aktuelle Schuljahr bietet die Mittelpunktschule Angersbach (MPS) als Umweltschule wieder verschiedene Exkursionen für Schüler und Eltern außerhalb des Unterrichtes an, denn als „Umweltschule“ liegt die heimischen Flora und Fauna der Schule und den Lehrkräften sehr am Herzen.
Die Einladung zu „Mittendrin in einer Kläranlage“ fand ein riesiges Interesse von Schülern, Eltern und sogar Großeltern, so dass zur Führung durch die Lauterbacher Kläranlage zwei Gruppen gebildet werden mussten, um die rund 100 interessierten Zuhörer möglichst detailliert informieren zu können. Täglich werden in jedem Haushalt hunderte Liter Abwasser produziert. Den Weg des Abwassers, die Reinigung in der Kläranlage und welche Probleme es dabei gibt und wie jeder Einzelne zu einer geringeren Verschmutzung beitragen kann, dies war das Ziel der Führung. 
Denn Wasser beschreibt einen „Kreislauf“ und kommt irgendwann wieder als „Trinkwasser“ aus der Leitung. Am Eingang der Kläranlage, am Rande der Gemarkungsgrenze von Angersbach, war bereits die „Duftnote“ riechbar, deshalb hatten sich manche Schüler vorsorglich mit Wäscheklammern für die Nase ausgerüstet. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Abwassermeister Ralf Schönhals und Mitarbeiter Florian Kraft führten die Besucher durch die verschiedenen Reinigungsstufen der Kläranlage, die für rund 60.000 Einwohner ausgelegt ist. Bei trockenem Wetter durchfließen rund 2.400 cbm am Tag die Anlage, bei Regen können es bis zu 7.000 cbm sein. Die Abwässer werden mechanisch, biologisch und chemisch gereinigt, so dass am Ende glasklares Wasser der Lauter zugeführt wird. Zum Trinken eignet es sich dennoch nicht. Dem Fluss sollen möglichst wenige Stoffe zugeführt werden, ständig werden die Werte überprüft.
Die Führung begann am Einlauf der Anlage, am mechanischen Teil. Zwei Schnecken fördern Feststoffe heraus, die in einen Container fallen. Die Schüler durften den Vorgang durch das Einwerfen von Papier plastisch erleben. Es ist kaum vorstellbar, von welchen dort gefundenen Dingen die Mitarbeiter berichteten. Im weiteren Verlauf der Behandlung werden in Fließbecken Sand und Kies entfernt, bevor sich in zwei Vorklärbecken der organische Schlamm absetzt. Nach dem mechanischen folgt der biologische Teil der Reinigung. Das Wasser aus der Vorklärung enthält noch kohlenstoff-, phosphor- und ammoniumhaltige Stoffe. Mit zwei großen Pumpen wird das Wasser in den hohen Tropfkörper gepumpt, wo Sauerstoff zugesetzt wird, damit die Bakterien gute Voraussetzungen für den Abbau des Kohlenstoffes und der Umwandlung von Ammonium in Nitrat haben. Vom Tropfkörper fällt das Wasser in ein Belebungsbecken. Dort entziehen die Bakterien dem Nitrat Sauerstoff. Der biologische Schlamm mit den Bakterien wird dann mit Chemikalien (z. B. Eisenchlorid) angereichert, damit sich das noch vorhandene Phosphat absetzen kann. In der Nachklärung setzt sich der Schlamm ab und das überschüssige Wasser läuft in den Vorfluter und der Lauter zu. Die Besucher konnten sich an den verschiedenen Becken, im Untergrund an den Pumpen und bei einem Blick in den hohen Tropfbehälter von den Reinigungsstufen informieren. Im Labor konnten sich schließlich die Schüler von der Arbeit der Mikroorganismen mit einem Blick durch das Mikroskop überzeugen.
Die Klassenlehrerinnen Claudia Schwichtenberg und Yvonn Heßler bedankten sich mit einem Präsent bei den Führern für die kurzweiligen Informationen.

Foto (s): Gohlke
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