Klasse 5 - MPS Angersbach

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Klasse 5

Berichte > Tag der Vielfalt 2016
                 Tag der Vielfalt 2016: Langer Weg nach Deutschland (Klasse 5)
Kurzbericht von Elisa, Klasse 5:
In unserem Projekt am 26.02.2016 behandelten wir das Thema ‚Flüchtlinge‘ . Es ging um Herkunftsländer, Fluchtursachen, Fluchtrouten, Schleuser, Probleme in Deutschland usw.  Es war alles  sehr interessant und die Kinder der Klasse arbeiteten alle gut mit. Es waren nämlich drei Flüchtlinge aus dem Camp in Großenlüder bei uns zu Besuch. Sie kamen aus Syrien und  sie hießen Awaz, Asad und Ludvi. Etwas später kamen auch noch Flüchtlingskinder aus Lauterbach hinzu. Diese hießen Ahmed, Suleyman, Mohammed, Sali und Janetta. Sie kamen ebenfalls aus Syrien, nur Sali und Janetta kamen aus Georgien und Armenien. Sie gehen schon zur Schule und zwar in eine DAZ-Klasse (Deutsch als  Zweitsprache) an der Wascherde. 
Sie haben uns alle von ihren Fluchtgründen und ihrer Flucht erzählt. Es war sehr spannend. Herr Michel hat uns außerdem Bilder von der Unterkunft in Großenlüder gezeigt, so dass wir uns vorstellen konnten, wie schwierig das Leben in einem solchen Camp ist. Zusätzlich sahen wir noch Filme zum Thema und wir hatten mehrere Aufgaben zu erledigen  (Tagebucheintragungen, Packliste, Briefe, Tagesbericht …). Anfangs hatten wir noch gemeinsam eine Phantasiereise gemacht, bei der wir die Augen schließen mussten und uns vorstellen sollten, dass wir in Syrien wären und flüchten müssten. Wir mussten uns gemeinsam mit unseren Familien entscheiden, ob die ganze Familie sich auf die Flucht machen sollte oder nur einer, z. B. der älteste Bruder, der dann den Rest der Familie hätte nachholen müssen. Wir durften auch nur einen kleinen Rucksack mit den wichtigsten Sachen packen. Am nächsten Tag machten wir uns dann auf einen langen und gefährlichen Weg -  bis wir endlich in Deutschland in einer Flüchtlingsunterkunft angekommen waren. – Was bin ich froh, dass wir in Deutschland leben und nicht flüchten müssen.
Zwei Tagebucheintragungen von Sophia, Klasse 5:
1. Am Vorabend der Flucht: Liebes Tagebuch, meine Familie und ich saßen heute Abend zusammen und haben darüber gesprochen, ob wir flüchten sollen oder nicht. Es war eine ganz schlimme Entscheidung für uns. Aber es ist zu gefährlich hier und wir müssen weg – und zwar schon morgen, bevor es zu spät ist. Alle Menschen, die bei uns im Dorf oder in der Stadt leben, haben Angst. Bald wird es noch mehr Tote geben. Aber auch die Flucht ist gefährlich. Werden wir sie überleben? Hoffentlich! Ich muss meine Meerschweinchen und meine Spielsachen hier lassen, auch meine Freunde und Verwandten. Meine Oma werde ich vielleicht nie wiedersehen. Am schlimmsten ist, dass Papa hierbleiben muss, weil das Geld nicht für alle reicht. Er soll versuchen nachzukommen, sobald er genug Geld aufgetrieben hat….

2. Nach der Überfahrt: Liebes Tagebuch, in Izmir ist es uns heute gelungen, ein Boot für die Überfahrt nach Griechenland zu bekommen. Wir mussten 1200 Dollar pro Person für 7km bezahlen. Unser ganzes Geld ist fast alle. Das Boot war sehr klein und total voll. Es gab keine Toilette, nichts zu essen oder zu trinken. Alles war einfach nur schrecklich. Das Boot war aus Kunststoff. Die Wellen waren hoch und wir hatten Angst, über Bord zu fallen. Meine Familie und ich, wir hielten uns an den Händen, um uns nicht zu verlieren…. Wenn wir doch nur schon in Deutschland wären!

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