Krötenwanderung - MPS Angersbach

MPS Angersbach
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Krötenwanderung

Berichte > Exkursionen
Einmal Kröten und Molche in den Händen halten
Schüler erfuhren viel Wissenswertes über die Krötenwanderung
Besichtigung eines Schutzzaunes an der Bundesstraße
  Angersbach (hwg). Die zweite Natur-Exkursion der Mittelpunktschule Angersbach (MPS) in diesem Schuljahr stand unter dem Motto „Sei kein Frosch und hilf uns Kröten“. Die Schüler sollten Einzelheiten erfahren zu dem faszinierenden Phänomen der „Krötenwanderung“, ihren Ursachen, den Gefahren, den Möglichkeiten der menschlichen Hilfe und mit ein bisschen Glück auch auf „Tuchfühlung“ mit den Kröten gehen. Die Teilnehmerzahl war bewusst begrenzt worden, um möglichst auf alle Schüler und ihre Fragen eingehen zu können. Als fachkundige Referenten hatte das Planungsteam den Diplom-Biologen Timo Rieg von den evangelischen Pfadfindern Vogelsberg in Kirtorf, und  die Lauterbacher Tierschützerin Katharina Jacob gewinnen können.
Die Einführung in das komplexe Thema mit dem Überbegriff „Amphibien“ erarbeitete der Biologe mit den aufmerksamen Schülern in der Aula der Schule. Unter „Amphibien“ fallen alle Landwirbeltiere, die sich nur in Gewässern fortpflanzen können. Es sind Frösche, Kröten und Lurche, die es zum Laichen immer in die Teiche zieht, in dem sie sich selbst aus dem Laich (ins Wasser abgelegte Eier) entwickelt haben. Als Resultat konnten die Kinder die verschiedenen Entwicklungsstadien von Erdkröte, Laub- und Grasfrosch, Gelb- und Rotbauchunke, Teich- und Bergmolch, Feuer- und Alpensalamander benennen. Der Pfadfinder erklärte, dass alle Amphibien in Europa geschützt sind, auch der Laich  darf nicht entnommen werden. Dem Laich drohen allerlei Gefahren. Bei großen Vögeln, aber auch bei Enten steht Laich auf dem Speiseplan. Auch Fische verschmähen nicht die energiereiche Nahrung. Die größte Gefahr droht den Amphibien jedoch auf dem Weg zu den Gewässern durch den Mensch und seinen Fortbewegungsmitteln.
Durch einen einfachen physikalischen Test, mit dem Blasen durch einen Trinkhalm zwischen zwei Dosen, zeigte Timo den Kindern, wie der äußere Luftdruck die Behältnisse aneinander rollen lässt. Er versinnbildlichte so, wie auf die Amphibien beim Überqueren der Fahrbahn durch schnell fahrende Fahrzeuge ein Druck auf die Organe entsteht, der tödlich wirkt. Auf diese Weise kommen viel mehr Amphibien ums Leben, als wie beim Überrollen mit den Rädern.  Anschließend war gründliches Händewaschen angesagt, denn der Biologe hatte mehrere Erdkröten, Teichmolche und einen Feuersalamander mitgebracht, die die Kinder in die Hände nehmen durften. Niemand wollte zurückstehen, so dass eine lange Warteschlange an mutigen Kindern entstand.
Im Anschluss wurde die Gemarkung bei Schloss Eisenbach aufgesucht, wo ein Krötenzaun entlang der B 275 aufgebaut ist, um dort die Amphibien auf ihrem Weg zu den unterhalb des Schlosses gelegenen Teiche zu schützen. Katharina Jacob erläuterte, dass sie mit fünf weiteren Helfern von NABU und BUND den 50 m langen speziellen Schutzzaun betreut. Begonnen hatte man vor drei Jahren mit einfachen Planen. Die Amphibien wandern am Zaun entlang, da sie keinen Durchschlupf finden. Dort fallen sie in einen der 7 eingegrabenen Eimer und werden dann durch die Naturschützer über die Fahrbahn gebracht und wieder ausgesetzt. Diese Kontrollen finden mehrfach am Tage und sogar in der Nacht statt. So konnten im Vorjahr 261 Amphibien, und im Jahr zuvor sogar 300 Kröten, Frösche und Molche eingesammelt werden. Sie schilderte, dass in Verhandlungen mit Hessen Mobil erreicht werden konnte, dass bei der der nun bald beginnenden Baumaßnahme
8 Tunnel unter der Straße vorgesehen werden, durch die die Amphibien in Zukunft gefahrlos zu den Laichgewässern gelangen können. Sehr zum Leid der Kinder waren in den Eimern jedoch keine Frösche oder Kröten aufzufinden, vermutlich war es doch noch zu kalt für eine massenhafte Laichwanderung. In einem der Teiche fand sich dann doch noch Froschlaich. Von Frau Jacob erfuhren die Kinder, wie der Laichvorgang und die Befruchtung stattfindet und der Laich durch die Wassereinwirkung zu einem großen Ballen aufquillt. Klassenlehrer Chris Gohlke dankte zum Abschluss den Referenten für ihre interessanten Ausführungen und den zur Absicherung bei der Fahrbahnüberquerung eingesetzten Polizeibeamten für ihre Hilfe.
Text: Gohlke
 
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