Medienkonsum - MPS Angersbach

MPS Angersbach
Aktuell: Exkursion 16.3.2018: "Wild im Wald - Wald und Wild", Ort: Hochbehälter Angersbach, 15.00Uhr
Direkt zum Seiteninhalt

Medienkonsum

Berichte > Presse

Die Schüler der 5. Klasse der MPS waren begeistert vom Filmen am Projekttag.   Foto: Gohlke

              
Lauterbacher Anzeiger vom 29. 1. 2014

Eigenen Medienkonsum kritisch überprüfen    PROJEKT Fünfklässler tauschen Erfahrungen aus / Themenbezogene Rollenspiele

Angersbach (hwg). Für die 5. Klasse der Mittelpunktschule Angersbach (MPS) wurde durch den Klassenlehrer Michael Michel das Medienprojekt „Sex und Gewalt in den Medien“ für den Unterricht eingeplant und organisiert. Diese Seminare werden vom MAUS-Medienzentrum Gießen-Vogelsberg angeboten.  Dass Mauszentrum ist entstanden aus den ehemaligen Kreisbildstellen und heute eine Dienstleistungsorganisation für Schulen und Lehrer zur Förderung der Medienintegration in den Unterricht. Die Durchführung oblag dem Medienpädagogen Peter Weißmüller, der unterstützt wurde von  den drei Schülercoaches  Jan Tillmann, Theresa Hahner und Fynn Mirschel. Sie sind Schüler verschiedener Schulen in Fulda und Lauterbach und speziell hierzu vom Unterricht freigestellt.
In allen Medien (Zeitschriften, Fernsehen, Internet) finden sich heute ständig jugendgefährdende Inhalte mit sexuelle Darstellungen, Filme und Spiele mit Gewalthandlungen. Die Erwachsenen haben sich daran gewöhnt und nehmen dies oft nur noch am Rande wahr, nehmen sich manchmal auch zu wenig Zeit zu einem Gespräch mit ihren Kindern. Fast alle Schüler haben heute ungehindert durch Fernseher, PC oder Handy freien Zugang zu diesen Medien, meist sogar ohne / oder  nur mit geringer Kontrolle ihres Konsums durch die Erziehungsberechtigten. Die Befragung unter den 24 Schülerinnen und Schüler der Klasse ergab, dass 16 von ihnen über ein internetfähiges Smartphone, 14 über einen eigenen Fernseher im Zimmer und 13 über einen persönlichen Computer mit Internetzugang verfügen. Somit ist es zwei Drittel der Schüler möglich, fast zu jeder Zeit und an jedem Ort mittels Breitband oder WLAN-Verbindung im Internet zu surfen. Dieses „Alltagsgeschehen“ lässt sich täglich feststellen, sei es beim Warten an der Bushaltestelle oder der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Schulweg oder in der Freizeit.
Da werden ständig Mitteilungen, Dateien und Bilder ausgetauscht und weitergeleitet. Doch wie wirkt sich dieser Konsum gerade bei Kindern auf ihre emotionale und geistige Entwicklung aus? Vermögen sie virtuelle und reale Welten noch zu unterscheiden? Ziel des Projekts ist die kritische Reflexion des eigenen Medienkonsums und dessen Auswirkungen auf das eigene Leben. Die Kinder sollen sensibilisiert werden, das Medienangebot kritisch auszuwählen, negative Einwirkungen zu erkennen und auszuschalten, nicht diesen nachzueifern.  
Mit Hilfe eines medienpädagogischen Schulungsfilms wurden die Kinder zunächst für die Thematik eingestimmt. Es folgte ein reger Austausch über eigene Erfahrungen, die die Kinder bereits mit gewalttätigen und sexuellen Medieninhalten gemacht haben. Die negativ belastende Erstgefühle wie „geschockt, widerlich, pervers“ wurden am interaktiven Whiteboards gesammelt und deren Umwandlung in entlastenden Zweitgefühle wie „geil, lustig, cool“ erarbeitet und gemeinsam besprochen. Dann erfolgte die Aufteilung der Schüler in Untergruppen. Zusammen mit den Schülercoaches wurden nun themenbezogene Rollenspiele zu gewalttätigen oder sexualisierten Situationen erarbeitet und nachgestellt. Die Darsteller sollen sich möglichst mit der Rolle identifizieren und sie erleben. Gewalt beginnt oft mit verbalen Entgleisungen, es folgen Schubsen – Schlagen – Treten. Auch Mobbing ist eine Form der Gewalt gegen eine Person. Die Rollenspiele wurden mit handlichen Videokameras des Medienzentrum aufgezeichnet, wobei nicht nur die eigentliche Handlung selbst gefilmt wurde, auch  auf das Umfeld wie Zuschauerverhalten (passiv – lachen – noch anspornen) wurde geachtet und festgehalten. In einer zweiten Szene wurde adäquates Einwirken zur Eindämmung der gewalttätigen oder sexualisierten Situationen gespielt und aufgezeichnet, denn schließlich sollen die Helfer nicht selbst zum Opfer werden. Am Ende des Projekttages wurden die erarbeiteten Filmszenen am Whiteboard abgespielt und die Klasse analysierte sie in Gemeinschaftsarbeit. Die Schüler sollen durch den Projektunterricht in die Lage versetzt werden, Konflikte zu erkennen und zu lösen, die Selbstkontrolle zu behalten und ein gesundes Gefühlsverhalten zu entwickeln. Auch die Lösungsansätze wurden besprochen, der Unterschied zu „petzen“ oder notwendigem Einschreiten erarbeitet. Unisono waren die Schüler der Meinung, dass es viel Spaß gemacht hätte.


Zurück zum Seiteninhalt