Pressebericht - MPS Angersbach

MPS Angersbach
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Pressebericht

Berichte > Tag der Vielfalt 2014

Pressebericht für den Lauterbacher Anzeiger
von H. Gohlke

Kindern helfen, Berührungsängste abzubauen
„Tag der Vielfalt“ zum Thema Behinderungen veranstaltet / Projekte in Schule und Ausflüge

Angersbach (hwg). Als „Tag der Vielfalt“ fand an der Mittelpunktschule (MPS) Angersbach ein Projekttag statt, daran waren bis auf eine Klasse alle Schüler beteiligt. Schulleiterin Brunhilde Bücking hatte hierzu  den Eltern in einer Information mitgeteilt: „In  diesem Schuljahr wollen wir uns mit dem Thema „Verschiedene Behinderungen“ beschäftigen. Wir wollen zum Thema informieren, neue Erfahrungen sammeln und gemeinsam darüber nachdenken, was man für ein „normales“ Miteinander tun kann. Denn: „Behinderte“ Menschen sind Teil unserer Gesellschaft – Kinder mit „Behinderungen“ auch Teil von Schule.“ Die Intention zu diesem Projekt:
Durch Begegnungen mit behinderten Menschen Berührungsängste abbauen, Empathie entwickeln.
Die Projekte waren sehr vielfältig. Teils blieben die Klassen in der Schule und definierten und erarbeiteten das Thema, andere Klassen besuchten Schulen und besondere Einrichtungen. Die Kleinsten in den 1. Klassen mit den Lehrern Helmut Hausen und Andreas Höcher sollten erkennen, welche besonderen Fähig- und Fertigkeiten Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen haben können. Es wurden Stationen mit Seh- und Gehbehinderungen durchgespielt.
In der Klasse 2a von Lehrer Ralf Peek / Frau Silvia Schuh war das Ziel, das „Down-Syndrom“ näher kennen zu lernen. Als Einführung diente die Geschichte „Prinz Seltsam“, die von einem Kind mit dem Down-Syndrom handelt. Vorlesen, Malen und Besprechen hierzu, Fragen und Antworten vertieften das Thema. Als weitere Information sahen die Kinder auf der interaktiven Tafel die Chromosomen-Geschichte „Die Unzertrennlichen“ und einzelne Sequenzen aus einer Sendung von „Quarks & Co“ zum Syndrom.  

Die Klasse 2b mit Chris Gohlke und Frau  Lucie Geist fuhren in die Lebensgemeinschaft in Schlitz-Sassen.  Der Besuch in der dortigen Wollwerkstatt sollte dazu dienen, die Fähigkeiten behinderter Menschen kennen und schätzen zu lernen, für die der Umgang und das Zusammenleben ein Stück ihrer  Normalität ist. Die Klasse lernte dort den Arbeitsplatz und das Umfeld der Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungsformen kennen.
Die Klassen 3a/3b befassten sich mit der Behinderung der Blindheit. Mit Spielen in Stationen wurde nachempfunden, wie es ist, wenn der „Sehsinn“ ausgeschaltet und man „blind“ die Orientierung im Raum und im schulischen Umfeld suchen muss.

Klassenlehrer Michael Michel besuchte mit seinen Schülern den Aussiedlerhof „Vietmes“ von Frau Heinemann bei Stockhausen. Sie ist Förderschullehrerin und durch Unterricht auch den Angersbacher Kindern bekannt.  Die Kinder ihrer Förderklasse weilten ebenfalls auf dem Hof. So konnten sich die Schüler beider Klassen kennenlernen und den praktischen Umgang miteinander erleben. Dazu dienten Spiele, Feuer mit Feuersteinen entzünden, Stockbrot backen, Hof und Tiere besichtigen.
Die 4. Klassen mit den Lehrerinnen Bettina Dietrich und Yvonn Heßler statteten der Lebensgemeinschaft Altenschlirf einen Besuch ab. Das Gewinnen von Einblicken und Eindrücken in das Leben und Arbeiten von behinderten Menschen sollte die sozialen Kompetenzen fördern und Empathie (Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzten), entwickeln.

Die Begegnungen standen ebenfalls im Mittelpunkt der Klasse 6 mit den Lehrerinnen Helga Lamp und Martina Kurz. Sie besuchten die Helmut-von-Bracken-Schule in Herbstein, um vor Ort zu erfahren, wie Kinder mit Behinderungen in ihrer Schule lernen und wie ihr Lernumfeld gestaltet ist. Auch sollten sie Einsichten in die Lebensweise und das Lernverhalten von Kindern mit geistiger und evtl. noch körperlicher Beeinträchtigung gewinnen. Frau Kurz, die auch an der Schule in Herbstein unterrichtet, gab viele Informationen und führte durch die Schule. Begleitet und unterstützt wurde sie dabei von zwei Schülerinnen.
Die  Klasse bekam einen Einblick in verschiedene Klassenräume, die Töpferei, den Licht- und Klangraum, den Werkraum, die Weberei und den Schafstall.

Einen besonderen Eindruck hinterließ die Begegnung  mit dem behinderten Bruder eines Schülers der Klasse. Ein Film über Menschen mit Down-Syndrom rundete die am „Tag der Vielfalt“ gemachten Erfahrungen ab.
Die Klassen 7 und 9 mit Günther Koch und Sabine Symanzig beschäftigten sich in der MPS mit den verschiedenen Formen einer Behinderung, dem Verständnis für die Lebenssituation, der Alltagsbewältigung und der Integration in der Gesellschaft.
Dazu diente auch die Übersetzung eines Rezeptes in die Blindenschrift sowie das Kochen und Essen, ohne dies mit den Augen wahrzunehmen zu können.
Für alle Kinder endete ein erlebnisreicher Tag mit meist völlig neuen Eindrücken von besonderen Lebensumständen, mit denen „Behinderte“ im Alltag konfrontiert sind.
Fotos: Gohlke




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