Uhu und Falkner - MPS Angersbach

MPS Angersbach
Aktuell: Exkursion 16.3.2018: "Wild im Wald - Wald und Wild", Ort: Hochbehälter Angersbach, 15.00Uhr
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Uhu und Falkner

Berichte > Exkursionen
Pressebericht von H. Gohlke an den Lauterbacher Anzeiger
Naturkundeunterricht aus erster Hand
Falkner Michael Schanze zu Gast an der Mittelpunktschule Angersbach / Anschauliche Demonstration
Angersbach (hwg). Im Herbst des Vorjahres hat die Mittelpunktschule Angersbach (MPS) zum dritten Mal die Auszeichnung „Umweltschule“ erhalten und darf diesen Titel zwei weitere Jahre führen. Mit dieser Qualifizierung wird das besondere Engagement der Schule für Umwelterziehung und ökologische Bildung gewürdigt. In Fortführung ihres Natur- und Umweltunterrichtes hatte die Schule den Falkner Michael Schanze aus einem Hünfelder Ortsteil in die Aula der Schule eingeladen. Er betreibt auch die offizielle Greifvogel-Auffangstation für die Kreise Fulda und Schwalm-Eder. Bei seinem sehr fesselnden und unterhaltsamen zweistündigen Vortrag, bei dem keine Sekunde Langeweile aufkam, erlebten die Kinder hautnah den Kontakt mit einheimischen Greifvögeln und erfuhren viel Wissenswertes über ihre Artenvielfalt und Lebensweise unter dem Aspekt des Tier- und Naturschutzes. 
 Falkner Schanze mit seinen Uhu „Pimpf“
Seine lebenden „Begleiter“ waren der Europäische Uhu „Pimpf“, die Rotmilandame „Lucia“ und der Wanderfalken „Nevrik“, die nicht immer brav auf ihrem Sitzblock der Dinge ausharrten, sondern auch mal ihre Flugkünste zeigen wollten, welches aber durch die Fangleine schnell gebremst wurde. Eine Unterstellung wäre es jedoch, würde man ihnen das öftere Erledigen eines sehr spritzigen „Geschäftes“ auf den Fußboden als bewusste Provokation werten. Zur plastischen Vorstellung der Beutetiere, die den Greifvögeln als Nahrung dienen, hatte Schanze verschiedene Tierschädel (nur der Knochen) aus seinem Fundus mitgebracht. Die Betrachtung der blanken Knochen machte es den Zuhörern deshalb nicht immer leicht, bei der Bestimmung das richtige Tier zu erkennen. Die Kinder durften den Kopf von Maus, Ratte, Waschbär, Dachs, Reh, Fuchs und auch Wildschwein in die Hand nehmen und zum Größenvergleich vorzeigen, was scheinbar nicht allen bei allen „Statisten“ unbedingt Freude hervorrief.
Wie Schanze erläuterte, werden diese Tiere, je nach Greifvogelart, mit Ausnahme des Wildschweines alle erlegt und dienen als Nahrung. Das Fleisch des Wildschweines enthält bestimmte Eiweißstoffe, die Greifvögel nicht vertragen.
        Die Kinder durften die Schädel von Beutetieren präsentierten
Interessant waren die Ausführungen zur Biologie der Vögel. Sie verfügen auch über die Sinne Hören, Sehen, Greifen und Riechen, die zur Findung der Beutetiere dienen. In welch großem Winkel die Greifvögel ihren Kopf drehen können, ist schon erstaunlich. Der Uhu schafft 270 Grad Drehung, die Waldschnepfe sogar 360 Grad. Dies rührt daher, dass alle Säugetiere 7 Halswirbel haben, Greifvögel jedoch bis zu 14 Wirbel. Sie können aber ihre Augen nicht bewegen, deshalb drehen sie den gesamten Kopf. Der Falke ist ein Bisstöter, alle anderen Greifvögel töten in der Regel ihre Beute mit den Krallen. Der Uhu kann im Kampf mit bis zu unglaublichen 600 kg auf die Krallenspitze einwirken. Voraussetzung zum Töten ist, dass die Krallen den Kopf des Beutetieres umfassen können. Deshalb würde ein Greifvogel wie ein Adler auch nie ein Kind töten können, da es den Schädel nicht umfassen kann, so Schanze.
Der Wanderfalke erreicht bei einem Beuteanflug bis zu 360 km/h. Er hat deshalb in den Nasenlöchern Klappen, die er beim Sturzflug schließt, um den Luftdruck auszuschalten, der ihm sonst den Kopf sprengen würde. Er hat auch „Zähne“, was alle sehr erstaunte. Der „Falkenzahn“, eine winzige Zahnreihe hinter dem Schnabel, verhindert das Herausrutschen der Beute aus dem Schnabel. Auf einer vergrößerten Bildaufnahme war dies gut zu erkennen. Auch das „Gewölle“, die unverdaulichen Reste der Nahrung, und das Federkleid streifte der Falkner in seinen Ausführungen.
Seine Aussage, dass Rotmilan „Lucia“ auf Gold stehe, weckte Zweifel beim Publikum. Der Test bestätigte dies aber, denn „Lucia“ knabberte sofort an einem beringten Finger, nicht jedoch ohne diesen Ring. Schanze erklärte, dass der Rotmilan mit Vorliebe glänzende Sachen wie Spielzeug und auch Müll in seinen Horst einbaut.
Zum Abschluss konnten die Kinder noch das Brustgefieder von Uhu „Pimpf“ streicheln, der stoisch gerade aus blickte und sich dadurch zu keiner Reaktion herab ließ.
Fotos: Gohlke
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weitere Fotos aus der 2. Veranstaltung:

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